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  Portrait: Svenja Hettenhausen

Mit fünfzehn hat man noch Träume
(Freizeitarena 14, Seite 20-21)
 

Svenja Hettenhausen und die Zukunft des Frauenfußballs

Es ist schon ein bißchen ungerecht: Da gerät eine ganze Nation in einen kollektiven Verzückungstaumel, nur weil die deutschen Fußballmänner mit ihrem dritten Platz bei der WM beinahe in die Reichweite jenes Erfolgs geraten wären, den die Fußballfrauen 2003 mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft erreicht haben – ohne daß das Land damals in einem Fahnenmeer ertrunken wäre.

Es ist eben immer noch so, daß der Frauenfußball in der öffentlichen Wahrnehmung zu dem der Herren nicht aufgeschlossen hat. Doch der Abstand wird kürzer, und die Zeiten sind vorbei, da Frauenfußball als minderwertig galt und sogar verboten war. Die Herren im Deutschen Fußball-Bund brauchten ein Weilchen, bevor sie zuließen, was in anderen Ländern bereits Usus war:

Zwar war bereits 1930 der erste deutsche Frauen-Fußballverein gegründet worden, doch der DFB stellte noch 1955 jeden Spielbetrieb unter Strafe. Weil sich daran aber niemand hielt, mußte der Verband 1970 nachgeben und den Frauenfußball auch offiziell anerkennen. 1974 wurde die erste deutsche Meisterschaft ausgespielt, 1981 der erste DFB-Pokal, 1990 die Damen-Bundesliga gegründet. Das erste Länderspiel gab es 1982 (5:1 gegen die Schweiz). 

Das Nationalteam mauserte sich binnen kurzem zu einem Abonnenten auf große Erfolge – fünf EM-Titel, zwei olympische Bronzemedaillen und der WM-Titel 2003 legen Zeugnis davon ab. Und unaufhaltsam zeigt das Wirkung: Auch notorisch krittelnde Beobachter können nicht mehr leugnen, auf welch hohem Niveau Frauen kicken: freilich nicht ganz so körperbetont wie die Herren der Schöpfung, dafür aber auf einem balltechnischen und taktischen Level, das die Herrennationalelf in den letzten Jahren nur selten erreicht hat – ein Fußball, der erfolgreich und schön anzuschauen ist. Doch nicht nur für Zuschauer, sondern auch für die Aktiven wird Fußball attraktiver: Kontinuierlich steigt die Zahl kickender Mädchen und Frauen: Spielten 1971 gerade mal 75.000 Frauen in Vereinen Fußball, näherte sich die Zahl in diesem Jahr mit 902.494 Mitgliedern der Millionengrenze.

Vorbei sind die Zeiten, als Mädchen besondere Courage an den Tag legen mußten, um mit Jungs zu bolzen. Doch noch immer gibt es zu wenig Mädchen, die in Vereinen spielen und vor allem auf Straßen, Hinterhöfen und Bolzplätzen dem Ball nachjagen – was immer noch Karriereeinstieg und -grundlage bedeutet.

So hat auch Svenja Hettenhausen angefangen, die ein Paradebeispiel für die Entwicklung und Situation des Frauenfußballs ist. Mit ihren Cousins hat sie als Sechsjährige herumgebolzt und dabei gemerkt, wie viel Spaß Fußball macht. Ohne diese Initialzündung hätte sie vermutlich irgend etwas anderes gemacht, so aber wurde Fußball ihr Traum. Den zu leben ist dann fast schon Routine: der Eintritt in den ersten Verein, Training und Spielbetrieb – und Talent, das sich durchsetzt.

Svenja Hettenhausen spielt seit zwei Jahren in der Jugend der SV Göttingen – mit der sie in diesem Jahr die Bezirksmeisterschaft gewann – und wird doch schon von der Ersten Mannschaft umworben. Svenja ist fünfzehn und hat noch alle Zeit der Welt, eine Karriere zu starten. Daß die keine Utopie ist, belegen die 16 Spiele, die sie seit 2005 bereits in der U15-Auswahl des Niedersächsischen Fußballverbands bestritten hat – 2006 belegte der NFV beim DFBLänderpokal in Duisburg den zweiten Platz.

Svenja Hettenhausen steht aber auch für die Probleme, mit denen der Frauenfußball immer noch zu kämpfen hat. Nach wie vor bieten zu wenig Clubs Mädchenteams auf, nach wie vor haben Clubs Schwierigkeiten, genügend Mädchen zu finden, vor allem ausreichend gute. Entsprechend hat der Ligabetrieb immer noch etwas Bruchstückhaftes und führt zu Zuständen, die eigentlich nicht wünschenswert sind. So dürfen im Bereich des NFV Mädchen ab 13 in der Ersten Mannschaft spielen. Auch Svenja Hettenhausen wird in der neuen Saison den Sprung von der C-Jugend in die Erste machen – obwohl ihr Vater meint, das sei zu früh, berichtet Hettenhausen. Auch ihr Trainer Karl Ehlert macht sich Sorgen, daß junge Talente so »verheizt« werden. Andererseits erstreckt sich die Saison auf 22 Ligaspiele plus Pokal und in Svenjas Fall NFV-Einsätze. Für Svenja ist das kein Problem, sie hat 2005 parallel zur SVG sogar beim RSV Geismar ausgeholfen. Und heiß auf Fußball ist sie sowieso. Deshalb war der Sommer für sie eine Tortur, weil sie wegen eines Bänderanrisses zehn Wochen nur zuschauen konnte.

Kalle Ehlert charakterisiert seine »beste Spielerin« als schnelle, leidenschaftliche »Wühlerin«, die einen »unheimlichen Huf« hat. Gegnerinnen können ein Lied davon singen: In der vorletzten Saison hat Hettenhausen, die primär im Mittelfeld spielt, sage und schreibe 76 Tore geschossen. So etwas spricht sich rum: »Svenja kennt jeder«, sagt Ehlert – nicht zuletzt wegen ihrer Spiele in der NFV-Auswahl. Ihre Stärke weckt Begehrlichkeiten, und es scheint nur eine Frage der Zeit, wann das Talent den Verlockungen nachgibt, bei einem größeren Verein zu spielen, der ihr bessere Karrieremöglichkeiten gibt. Daß sie die hat, ist nicht zu bestreiten. Allenfalls ihre Verletzungsanfälligkeit könnte ihr einen Strich durch die Rechnung machen, sagt Ehlert. Den Traum von der Bundesliga und von der Nationalmannschaft hegt die Göttingerin durchaus, wohl wissend, daß Schule und Berufsausbildung absoluten Vorrang haben. Geld kann man nämlich auch in der Bundesliga kaum verdienen. Man muß schon in den USA spielen, um wirkliche Profibedingungen vorzufinden.

Mit fünfzehn hat man noch Träume – und die Zeit und das Talent diese zu verwirklichen, hat Svenja Hettenhausen auch. Und ein passendes Vorbild: keine der Titel-Heldinnen von 2003, sondern – Philipp Lahm. Vielleicht ein Zeichen dafür, daß der Männerfußball doch noch ein bißchen strahlender ist? »Vielleicht auch Steffi Jones«, schiebt Svenja Hettenhausen rasch nach. Na bitte.

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